Unaufhaltsame Beschleunigung

Wir leben in einer globalen Non-Stop-Gesellschaft, in der alles gleichzeitig stattzufinden und sich zu beschleunigen scheint. In unserem Lebensalltag sind wir permanent erreichbar, permanent verfügbar und sollten immer auf dem neusten Stand sein, wenn es um Information, Technik und Lifstyle geht. Befeuert wird dieser Umstand durch die Alles-überall-und-bitte-sofort-Mentalität. Die kleinen Zeitsparstrategien wie power napping, take away und speed-dating sollen uns dabei helfen, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu erledigen. Jedoch scheint sich das Versprechen vom Zeitgewinn niemals zu bewahrheiten. Was sich bewahrheitet, ist die Erfahrung der Hektik, der Hetze und des Stresses. Die Zeit scheint nie auszureichen für all das, was noch ansteht. In der Sendung wollen wir darüber nachdenken, was unser Zeitbewusstsein eigentlich ist und wie die Veränderung von Zeitstrukturen unser Leben und unsere Zeiterfahrung beeinflusst. Die Frage nach der Zeit bleibt eine existentielle, weil sie sich notwendig mit unserem In-der-Welt-Sein auseinandersetzt. Über Zeiterfahrung, Zeitbewusstsein sowie die Ursachen und Folgen der sozialen und kulturellen Beschleunigung sprechen wir am Telefon mit Karlheinz A. Geißler. Herr Geißler ist emeritierter Professor für Wirtschaftspädagogik, Zeitforscher und Zeitberater aus München. Er ist Leiter des Projekts „Ökologie der Zeit“ und Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik.

Besetzung

avatar Karlheinz A. Geißler (Gast)
avatar Bettina Voigt (Moderation & Sendungsredaktion)

Sendung vom 20. März 2013

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Tags: Rhythmus (1) Takt (1) Uhr (1) Synchronisation (1) Hartmut Rosa (1) Zeit (2) Maschine (2) Beschleunigung (3) Messung (3)

Kunst – Unser täglich Brot?

Kunst ist tot – wird zumindest öfters behauptet. Das klingt dramatisch. Aber stimmt es auch? In unserer neunten Magazinsendung suchen wir die Kunst zwischen den Räumen: Zwischen Atelierarbeit und Alltagsleben, zwischen individueller Inspiration und weiter Wirkung, zwischen dem Wunsch zu verändern – und den sich verändernden Wünschen. Ob sie durch diese Vielgestaltigkeit politisch ist, ob sie es sein will, und ob sie es heute überhaupt noch sein kann, besprechen wir im Studio mit den Kunsthistorikern Dr. Dorothea von Hantelmann und Prof. Dr. Michael Lüthy. Dazu nehmen wir den Fluxus der 1960er Jahre unter die Lupe. Beeinflusst von Grenzgängern wie John Cage und Marcel Duchamp wollte diese Kunstbewegung mehr als nur Avantgarde sein: Über Aktionskunst als politischer Augenöffner hinaus vertrat sie auch die Idee einer Einheit von Kunst und Leben. Bis heute lebt das politische und gesellschaftliche Umfeld trotzdem nicht spurlos an der Kunst vorbei – und dennoch fühlen sich immer mehr Künstler in diesem Spannungsfeld zu Hause. Die Künstler-gemeinschaft werkstatttraum e.V. lebt nicht nur, sondern arbeitet auch zusammen in einem ehemaligen Fabrikgebäude, wo nach dem Prinzip des coworking im kooperativen Miteinander ihre Werke entstehen. Ausgehend von einem Portrait dieses Berliner Vereins erkunden wir, wie letztlich auch aus dem Grenzgebiet zwischen persönlicher Kunst und gemeinsamem Alltag gestalterische Kraft gezogen werden kann. Zusammen mit unseren Studiogästen machen wir uns in dieser Sendung auf, die Kunst zwischen Alltag und Ideal zu entdecken. Denn was in großen Tönen für tot erklärt wird, lebt meist länger als man glaubt. In diesem Sinne: »Kunst ist tot! Es lebe die Kunst!«

Besetzung

avatar Dorothea von Hantelmann (Gast)
avatar Michael Lüthy (Gast)
avatar Lena Nogossek (Moderation)
avatar Anastasia Andersson (Sendungsredaktion)
avatar Jessica Masche (Sendungsredaktion)
avatar Nikita Hock (Sendungsredaktion)

Sendung vom 20. Februar 2013

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Tags: Fluxus (1) Werkstatttraum (1) Kunstgeschichte (1) Alltag (2) 1960er (3) Kunst (4) Aktivismus (5)

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