Sendungen zum Thema Aktivismus (5)

Organized Man

Ein Leben ohne Technik ist für viele von uns kaum noch vorstellbar. Doch wie stark bestimmt unsere Vorstellung von ihr unser Leben? Die 17. Magazinsendung führt uns dazu auf Spurensuche in die Vergangenheit. Mittels eines Beitrags über den Whole Earth Catalog begeben wir uns die USA der 1960er und verfolgen die Entwicklung der Counterculture, deren Ansatz zur Umsetzung ihres utopischen Ideals einer besseren Lebensgemeinschaft und die Folgen dieser Bewegung für unsere heutige Gesellschaft. Weg vom fremdorganisierten, hin zum selbstorganisierten Leben war das Ziel der Counterculture, die dazu stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Formen des Handelns und Denkens sowie den dazu geeigneten Werkzeugen war. Zusammen mit dem Soziologen Prof. Dr. Lutz Hieber gehen wir in der Zeit zurück und erkunden, inwieweit Technik und Werkzeug als »Empowerment« für das Erreichen dieses Ideals unerlässlich war und wie Vorstellungen von Werkzeuggebrauch und Bewusstseinsveränderung zusammenspielten. Fünfzig Jahre später ist die gegenkulturelle Technik von damals ohne Zweifel im heutigen Mainstream angelangt – und lässt somit die Frage aufkommen, was mit dem subversiven Potential dieser Technik geschehen ist. Mit dem Medienwissenschaftler Dr. Florian Sprenger sprechen wir darüber, wo die Counterculture in der Technik geblieben ist, ob im alltäglichen Umgang mit Technik ihr subversives Potential noch greifbar und umsetzbar ist – oder ob diese Subversivität heutzutage in anderen Bereichen Form annimmt.

Besetzung

avatar Florian Sprenger (Gast)
avatar Lutz Hieber (Gast)
avatar Constantin Hühn (Moderation)
avatar Jessica Masche (Sendungsredaktion)
avatar Nikita Hock (Sendungsredaktion)

Sendung vom 27. November 2013

Download (72 MB)

Tags: Bewusstsein (2) Counterculture (2) Computer (2) Technik (2) Werkzeug (2) Utopie (2) 1960er (3) Rausch (3) Cyberspace (4) Aktivismus (5) 20. Jahrhundert (6) Medien (7)

Kunst – Unser täglich Brot?

Kunst ist tot – wird zumindest öfters behauptet. Das klingt dramatisch. Aber stimmt es auch? In unserer neunten Magazinsendung suchen wir die Kunst zwischen den Räumen: Zwischen Atelierarbeit und Alltagsleben, zwischen individueller Inspiration und weiter Wirkung, zwischen dem Wunsch zu verändern – und den sich verändernden Wünschen. Ob sie durch diese Vielgestaltigkeit politisch ist, ob sie es sein will, und ob sie es heute überhaupt noch sein kann, besprechen wir im Studio mit den Kunsthistorikern Dr. Dorothea von Hantelmann und Prof. Dr. Michael Lüthy. Dazu nehmen wir den Fluxus der 1960er Jahre unter die Lupe. Beeinflusst von Grenzgängern wie John Cage und Marcel Duchamp wollte diese Kunstbewegung mehr als nur Avantgarde sein: Über Aktionskunst als politischer Augenöffner hinaus vertrat sie auch die Idee einer Einheit von Kunst und Leben. Bis heute lebt das politische und gesellschaftliche Umfeld trotzdem nicht spurlos an der Kunst vorbei – und dennoch fühlen sich immer mehr Künstler in diesem Spannungsfeld zu Hause. Die Künstler-gemeinschaft werkstatttraum e.V. lebt nicht nur, sondern arbeitet auch zusammen in einem ehemaligen Fabrikgebäude, wo nach dem Prinzip des coworking im kooperativen Miteinander ihre Werke entstehen. Ausgehend von einem Portrait dieses Berliner Vereins erkunden wir, wie letztlich auch aus dem Grenzgebiet zwischen persönlicher Kunst und gemeinsamem Alltag gestalterische Kraft gezogen werden kann. Zusammen mit unseren Studiogästen machen wir uns in dieser Sendung auf, die Kunst zwischen Alltag und Ideal zu entdecken. Denn was in großen Tönen für tot erklärt wird, lebt meist länger als man glaubt. In diesem Sinne: »Kunst ist tot! Es lebe die Kunst!«

Besetzung

avatar Dorothea von Hantelmann (Gast)
avatar Michael Lüthy (Gast)
avatar Lena Nogossek (Moderation)
avatar Anastasia Andersson (Sendungsredaktion)
avatar Jessica Masche (Sendungsredaktion)
avatar Nikita Hock (Sendungsredaktion)

Sendung vom 20. Februar 2013

Download (69 MB)

Tags: Fluxus (1) Werkstatttraum (1) Kunstgeschichte (1) Alltag (2) 1960er (3) Kunst (4) Aktivismus (5)