Sendungen zum Thema Erinnerung (2)

Sich Schön Machen

“Diamonds Are a Girl’s Best Friend” – so besang Marilyn Monroe in den 1950er Jahren die ikonischen Edelsteine, die seit jeher als Inbegriff von glamorösem Schmuckstück gelten. Und schon diese Formulierung deutet an: Schmuck ist nicht nur Statussymbol oder schönes Beiwerk – seine Wirkmacht geht weit über seine ästhetische Funktion hinaus. Sei es das schutzbringende Amulett, die gerade modische Kette oder auch der Ring des Großvaters, in dem er anwesend scheint: Schmuck entzieht sich der Eindeutigkeit und scheint gerade heute mehr denn je Schnittstellen und Ambivalenzen zu besetzen und zu markieren. In der 27. Sendung der Kulturwelle widmen wir uns genau diesen Spannungen und wollen etwas genauer nachfragen: Was sagt uns dieses Phänomen, das uns als ästhetischer Gegenstand und zeichenhaftes Statussymbol, als banaler Zierrat und bedeutungsgeladenes Fetischobjekt begegnet? Wie gehen wir heute mit Schmuck um – und was macht der Schmuck mit uns? Im Studio begrüßen wir dazu den Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Hartmut Böhme. Wir verfolgen nach, wie und warum ein einfaches geometrisches Schmuckstück wie das Dreieck zum Erkennungsmerkmal des diffusen Sozialtyps »Hipster« aufstieg. Anhand der immer beliebteren Praktik des Umschmelzens von geerbeten Schmuckstücken erkunden wir dann, wie sich Erinnerungskulte mit modischem Anspruch vertragen – und ob wir beim Verhandeln dieser Spannung dem Schmuck nicht vielleicht doch mehr Macht über uns verleihen, als uns geheuer ist. Schließlich macht auch eine neue Rubrik Premiere. Im Druckerraum des Instituts stellen wir frischgebackenen Absolventen zwischen Papierstau und Tintenflecken die drängende Frage: “Was druckst du?”

Besetzung

avatar Hartmut Böhme (Gast)
avatar Constantin Hühn (Moderation & Sendungsredaktion)
avatar Sebastian Schwesinger (Sendungsredaktion)
avatar Nikita Hock (Sendungsredaktion)

Sendung vom 29. Oktober 2014

Download (98 MB)

Tags: Ahnenkult (1) Dreieck (1) Fetisch (1) Kostüm (1) Georg Simmel (1) Gold (1) Haut (1) Hipster (1) Mode (1) Schmuck (1) Reliquie (1) Vererbung (1) Zeichen (1) Postmoderne (1) Vergesellschaftung (1) Erinnerung (2) Material (2) Identität (3) Film (4) 21. Jahrhundert (5) Religion (7)

Zeit der Zeugen

Geschichte als Erzählung über das Vergangene funktioniert bekanntermaßen schon längst nicht mehr als eine objektiv-allgemeingültige Figur und lässt sich vielmehr als Geschichtenschreibung verstehen. Doch wer präsentiert letztlich diese Geschichten? Ein Blick auf den öffentlichen Diskurs macht schnell deutlich, dass die „Sprechenden“ zunehmend von Zeitzeug_innen verkörpert werden. In unserer 20. Magazinsendung werfen wir einen genaueren Blick auf diese Protagonisten, die seit einigen Jahren immer öfter über unsere Bildschirme flimmern, uns auf Buchseiten entgegentreten und in zahlreichen Ausstellungen von vergangenen Zeiten berichten. Wir spüren nach, welche Funktionen und Aufgaben Zeitzeug_innen in einer stark medialisierten Erinnerungskultur übernehmen – und wie ihre öffentliche Position uns das Verhältnis zwischen privater, subjektiver Quelle und abstrahiertem historischen Narrativ neu denken lässt. Im Studio sprechen wir dazu mit Dr. Christoph Classen vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam über die Vor- und Nachteile einer Oral History und werfen mit dem Neurobiologen Prof. Dr. Randolf Menzel einen Blick in unser Gehirn – auf der Suche nach dem Gedächtnis.

Besetzung

avatar Christoph Classen (Gast)
avatar Nina Pestke (Moderation)
avatar Juliane Becker (Sendungsredaktion)
avatar Elisabeth Stumpf (Sendungsredaktion)

Sendung vom 19. Februar 2014

Download (69 MB)

Tags: Gedächtnis (1) Gehirn (1) Geschichte (1) Geschichtswissenschaft (1) Oral History (1) Neurobiologie (1) Zeitgeschichte (1) Zeitzeugen (1) Erinnerung (2) Medien (7)