Sendungen zum Thema Literatur (4)

Magazin #042 | ZwischenWald ZwischenWelt

War der Wald lange Zentrum der täglichen Lebensgestaltung vieler Menschen, empfinden vor allem Stadtbewohner inzwischen eine Distanz zu ihm. Annäherungen werden versucht in der Pädagogik, Technik und Kunst. In der Wildnisschule können überreizte Städter das Spurenlesen, die Sprache der Vögel oder das Entfachen eines Feuers ohne technische Hilfsmittel erlernen. Ökologen und Klangforscher hingegen widmen sich der auditiven Entschlüsselung des Waldes durch moderne technische Verfahren. Wichtig ist dabei das Überschreiten von Grenzen: Des physisch errichteten Waldsaums, aber auch von konstruierten Verständnis- und Sinnesschwellen. Auch der Tod als die Grenze schlechthin wird oft mit dem Wald in Verbindung gebracht. Die Geschichte dieser Verbindung reicht dabei vom Wald der Selbstmörder in Dantes göttlicher Komödie bis zur zunehmend populären Bestattung im Friedwäldern. Der gleichzeitig physisch wie metaphorisch von uns gestaltete Wald lädt schon immer ein zum Gratwandern, Hinübertreten, sich Verändern. Mit der Kulturhistorikerin Jasmin Mersmann erörtern wir in der 42. Sendung der Kulturwelle, was es mit diesen Schwellen auf sich hat. Wir begeben uns in den Wald, hören in Bäume und Literatur hinein – und spüren so zwischen den Disziplinen den Wurzeln des Waldes als Ortes der Veränderung und Transformation nach. Eine Sendung über das Verhältnis von Waldbild und Umgang mit dem Wald – zwischen Leben, Tod, Lernen und Verstehen.

Besetzung

avatar Jasmin Mersmann (Gast)
avatar Anna Moor (Moderation & Sendungsredaktion)
avatar Magdalena Aicher (Moderation & Sendungsredaktion)
avatar Anastasia Andersson (Sendungsredaktion)

Sendung vom 11. Mai 2016

Download (80 MB)

Tags: Dante (1) Heterotopie (1) Wald (1) Natur (3) Literatur (4)

Magazin #036 | Raumschiff Utopia

Der Countdown läuft: Die 36. Ausgabe der Kulturwelle startet eine Forschungsrakete. Mit an Bord ein Logbuch voller Fragen: Wie kann das Ungedachte gedacht werden? Wie stellt man sich etwas radikal Neues vor, das es noch nicht gibt? Brauchen wir ein Subjekt, um Veränderung zu begehren und umzusetzen? Oder ist alles sowieso nur Prozess? „Ein philosophisches Buch muss einenteils eine ganz besondere Sorte Kriminalroman sein, anderenteils eine Art Science Fiction.“ Dieser Satz stammt von Gilles Deleuze und unser Feature nimmt ihn beim Wort. Während auf der Erde immer mehr Politiker_innen erklären, dass es zur bestehenden Ordnung keine Alternative gibt, bricht das „Raumschiff Utopia“ auf in den Weltraum und die Zukunft. Denn in der Science Fiction gibt es so viele gesellschaftspolitische Alternativen wie Sterne am Himmel. Motive aus der Science Fiction in der Philosophie tauchten zuletzt im Akzelerationismus auf – hier soll der Kapitalismus mithilfe einer technophilen Beschleunigungsphilosophie abgeschafft werden. Armen Avanessian, der Herausgeber der #Akzeleration-Bände, spricht im Feature über das Näheverhältnis zwischen Wissenschaft und Fiktion – science und fiction – und die Auflösung herkömmlicher Zeitvorstellungen. Deleuze-Experte André Reichert von der FU Berlin erklärt uns, was es mit dem Begriff der „Wunschmaschine“ auf sich hat und sinniert über philosophische Spielarten der Science Fiction. Einer der darin brilliert hat, kommt ebenfalls zu Wort: Douglas Adams, der große Satiriker. Und es gibt natürlich jede Menge spacigen Sound.

Besetzung

avatar Armen Avanessian (Gast)
avatar André Reichert (Gast)
avatar Constantin Hühn (Sendungsredaktion)
avatar Johanna Tirnthal (Sendungsredaktion)

Sendung vom 30. September 2015

Download (55 MB)

Tags: Akzelerationismus (1) Futurismus (1) Science Fiction (1) Utopie (2) Zukunft (2) Philosophie (2) Beschleunigung (3) Gilles Deleuze (3) Literatur (4)