Sendungen zum Thema Medien (7)

Zeit der Zeugen

Geschichte als Erzählung über das Vergangene funktioniert bekanntermaßen schon längst nicht mehr als eine objektiv-allgemeingültige Figur und lässt sich vielmehr als Geschichtenschreibung verstehen. Doch wer präsentiert letztlich diese Geschichten? Ein Blick auf den öffentlichen Diskurs macht schnell deutlich, dass die „Sprechenden“ zunehmend von Zeitzeug_innen verkörpert werden. In unserer 20. Magazinsendung werfen wir einen genaueren Blick auf diese Protagonisten, die seit einigen Jahren immer öfter über unsere Bildschirme flimmern, uns auf Buchseiten entgegentreten und in zahlreichen Ausstellungen von vergangenen Zeiten berichten. Wir spüren nach, welche Funktionen und Aufgaben Zeitzeug_innen in einer stark medialisierten Erinnerungskultur übernehmen – und wie ihre öffentliche Position uns das Verhältnis zwischen privater, subjektiver Quelle und abstrahiertem historischen Narrativ neu denken lässt. Im Studio sprechen wir dazu mit Dr. Christoph Classen vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam über die Vor- und Nachteile einer Oral History und werfen mit dem Neurobiologen Prof. Dr. Randolf Menzel einen Blick in unser Gehirn – auf der Suche nach dem Gedächtnis.

Besetzung

avatar Christoph Classen (Gast)
avatar Nina Pestke (Moderation)
avatar Juliane Becker (Sendungsredaktion)
avatar Elisabeth Stumpf (Sendungsredaktion)

Sendung vom 19. Februar 2014

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Tags: Gedächtnis (1) Gehirn (1) Geschichte (1) Geschichtswissenschaft (1) Oral History (1) Neurobiologie (1) Zeitgeschichte (1) Zeitzeugen (1) Erinnerung (2) Medien (7)

Organized Man

Ein Leben ohne Technik ist für viele von uns kaum noch vorstellbar. Doch wie stark bestimmt unsere Vorstellung von ihr unser Leben? Die 17. Magazinsendung führt uns dazu auf Spurensuche in die Vergangenheit. Mittels eines Beitrags über den Whole Earth Catalog begeben wir uns die USA der 1960er und verfolgen die Entwicklung der Counterculture, deren Ansatz zur Umsetzung ihres utopischen Ideals einer besseren Lebensgemeinschaft und die Folgen dieser Bewegung für unsere heutige Gesellschaft. Weg vom fremdorganisierten, hin zum selbstorganisierten Leben war das Ziel der Counterculture, die dazu stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Formen des Handelns und Denkens sowie den dazu geeigneten Werkzeugen war. Zusammen mit dem Soziologen Prof. Dr. Lutz Hieber gehen wir in der Zeit zurück und erkunden, inwieweit Technik und Werkzeug als »Empowerment« für das Erreichen dieses Ideals unerlässlich war und wie Vorstellungen von Werkzeuggebrauch und Bewusstseinsveränderung zusammenspielten. Fünfzig Jahre später ist die gegenkulturelle Technik von damals ohne Zweifel im heutigen Mainstream angelangt – und lässt somit die Frage aufkommen, was mit dem subversiven Potential dieser Technik geschehen ist. Mit dem Medienwissenschaftler Dr. Florian Sprenger sprechen wir darüber, wo die Counterculture in der Technik geblieben ist, ob im alltäglichen Umgang mit Technik ihr subversives Potential noch greifbar und umsetzbar ist – oder ob diese Subversivität heutzutage in anderen Bereichen Form annimmt.

Besetzung

avatar Florian Sprenger (Gast)
avatar Lutz Hieber (Gast)
avatar Constantin Hühn (Moderation)
avatar Jessica Masche (Sendungsredaktion)
avatar Nikita Hock (Sendungsredaktion)

Sendung vom 27. November 2013

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Tags: Bewusstsein (2) Counterculture (2) Computer (2) Technik (2) Werkzeug (2) Utopie (2) 1960er (3) Rausch (3) Cyberspace (4) Aktivismus (5) 20. Jahrhundert (6) Medien (7)