Sendungen zum Thema Radio (2)

Hörigkeit

Was verbindet Nikita Chruschtschew mit einem Schallplattenspieler? Der eine ist ein Apparat, der andere ein Apparatschik. Auch sonst haben beide viel miteinander zu tun: Jede politische Führung benutzt Medien, um ihre Ideologien zu verbreiten. Heute noch scheint zu gelten: Wer sich am besten auf die Medien einlässt, gewinnt Wahlen. Das bewiesen Obamas SMS-Kampagne oder Medienkanzler Gerhard Schröder. Ob Schallplatte, Radio, Fernsehen, Internet – sie alle dien(t)en als Vehikel für politische Botschaften. Doch wenn Ideologien die Inhalte der Medien formen, inwiefern formen Medien die Inhalte von Ideologien? Lassen sich Inhalt und Form hier überhaupt trennen? Zum Beispiel: Warum gab es einen Volksempfänger, aber keinen Volkssender? Die 30. Ausgabe der Kulturwelle ist dem akustischen Medium gewidmet, das Hörende und mitunter auch Hörigkeit erzeugt. Dazu berichten wir über den Krugozor, ein Schallplattenmagazin in der Sowjetunion, das neben Leninreden und Reportageliedern immer auch begehrte Westmusik enthielt. Beim Aufspüren von Ideologie(n) wird uns Theodor W. Adorno helfen, während Adorno-Archivar Michael Schwarz erklärt, warum der Frankfurter Philosoph den Rundfunk so schätzte. Im Studio begleitet uns der Medienwissenschaftler Dr. Jan Claas van Treeck durch alle Verflechtung von Ideologie(kritik) und medialen Konstellationen.

Besetzung

avatar Johanna Tirnthal (Moderation & Sendungsredaktion)
avatar Jürg Andreas Meister (Moderation & Sendungsredaktion)
avatar Jan Claas van Treeck (Gast)

Sendung vom 18. Februar 2015

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Tags: Frankfurter Schule (1) Medienwissenschaft (1) Schallplatte (1) Rundfunk (1) Theodor W. Adorno (1) Radio (2) Ideologie (2) Medienarchäologie (5)

Vom rauschenden zum klingenden Äther

Radio hören geht für die meisten so: Knopf drücken bzw. drehen und schon dudelt aus der kleinen Kiste, was der Äther so hergibt. Doch lange Zeit war man dankbar für jedes Klangfitzelchen – anfangs sogar jedes Knacken -, welches man übertragen konnte. Lange vergessen sind auch die Tage, in denen der Rundfunk als Massenmedium so neu war, dass viele Leute Visionen oder ganze Utopien mit seiner Verbreitung verknüpften, die bis zum Ringen um die Hoheit im Äther durch Piratenradios in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkten. In der sechsten Radiosendung der KulturWelle suchen wir nach den Geschichten, die das Radio selbst geschrieben hat. Von seiner Entdeckung und Entwicklung bis zu seiner Verbreitung und Wiederaneignung sind es immer Praktiker, keine Theoretiker, die das Medium vorangebracht haben. Guglielmo Marconi, Hans Bredow oder den Radiopiraten widmen wir Stationen auf unserem Parcour durch die Geschichte, bei der uns Prof. Christian Kassung begleitet. Er selbst ist als gelernter Physiker und enthusiastischer Hobbybastler ein weiterer Praktiker in unserer Reihe, der aber auch über die Technik hinaus Radiogeschichte in einen breiteren Kontext stellt.

Besetzung

avatar Christian Kassung (Gast)
avatar Julia Grosse (Moderation)
avatar Sebastian Schwesinger (Sendungsredaktion)

Sendung vom 31. Oktober 2012

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Tags: Guglielmo Marconi (1) Hans Bredow (1) Radiopiraten (1) Radio (2) Medium (4) Medienarchäologie (5)